Kommt bald die Pfarrfusion?

Kommt bald die Pfarrfusion?

Gepostet von am Mrz 8, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Über 150 Jahre sind wir eine eigenständige Pfarre, und unsere Vorfahren haben hart dafür gekämpft. Kommt jetzt im Sommer die Fusion mit den anderen Niederzierer Pfarren?

Wie wir bereits im Jahresrückblick 2014 berichtet haben, sollten die Pfarrgremien im November 2014 eine Stellungnahme zu einer möglichen Aufhebung und Vereinigung der Pfarreien der GdG Merzenich/Niederzier abgeben. Der „Vorschlag“ ist die Vereinigung nach dem „Zweisäulenmodell“, nach dem die Merzenicher und die Niederzierer Pfarren jeweils vereinigt werden und zwei neue Pfarren innerhalb der GdG bilden. Die Gremien der Niederzierer Pfarren haben daraufhin in einem gemeinsamen Schreiben an das Bistum (das Schreiben liegt der Redaktion vor) eine sofortige Fusion klar abgelehnt. Man sehe zwar auch viele Vorteile einer Fusion und befinde sich auf einem guten gemeinsamen Weg, aber brauche noch Zeit, um den Prozess des Zusammenwachsens abzuschließen. Vor allem sollte man den KIM-Prozess abwarten. Erwartungsgemäß stimmten die Gremien der Merzenicher Pfarren einer Fusion zu. Das entsprechende Schreiben liegt der Redaktion leider nicht vor.

Wie im Falle unterschiedlicher Voten vorgesehen, mussten sich nun die Hauptabteilungsleiter Pastoral / Schule / Bildung und Pastoralpersonal Rolf-Peter Cremer und Heiner Schmitz verständigen. Diese wollen am Ziel der Vereinigung nach dem Zweisäulenmodell festhalten. Als Gründe werden die bevorstehende Aufhebung der Pfarre St. Laurentius Morschenich, die Beibehaltung des Ortsprinzips und vor allem die große Verschiebung des Stimmenverhältnisses im KGV bei Beibehaltung aller Pfarren genannt.

Im nächsten Schritt wird es nun ein Gespräch einiger Vertreter der Pfarrgremien und der Pastoralteams mit Pfarrer Hans-Otto von Danwitz, der als Vermittler bestellt wurde, geben. Dieser erstellt einen Bericht für Bischof Heinrich Mussinghoff, der nach Anhörung des Diözesanpriesterrates voraussichtlich bis zum Sommer dieses Jahres eine Entscheidung treffen wird.

Die Idee einiger Mitglieder der Pfarrgremien und des Pastoralteams, die Sache auszusitzen oder zumindest zu verzögern, weil unser Bischof bis zu seinem Ausscheiden keine Fusion mehr erzwingen würde, scheint also anscheinend nicht aufzugehen. Man verliert womöglich selber Zeit, um einen unvermeidbaren Prozess selbst aktiv im Interesse unserer Pfarren zu gestalten. Oder kommt vielleicht doch alles ganz anders? Das kann keiner mit Sicherheit sagen.

An dieser Stelle wollen wir auf jeden Fall zeitnah informieren, damit eine Diskussion in der Pfarre möglich ist. Unsere Pfarrgremien sollten für die anstehenden Gespräche die Meinungen, Sorgen und Ideen der Pfarrmitglieder kennen. Bitte diskutiert und teilt Eure Meinung Euren Vertretern in Kirchenvorstand und Pfarreirat mit oder schreibt sie hier ins Kommentarfeld.

Was könnte sich denn ändern oder auch nicht?

Für den „einfachen“ Gläubigen und Kirchenbesucher vermutlich nicht viel. In den Niederzierer Pfarren gibt es bereits ein gemeinsames Pastoralteam, viele gemeinsame Aktivitäten und eine enge Abstimmung. Die Messen vor Ort oder die Öffnungszeiten des Pfarrbüros etc. werden daher wohl nicht wegen einer Fusion geändert. Die Aktivitäten der Ehrenamtler vor Ort werden auch nicht beeinflusst. Aus Pfarre wird Gemeinde. Es wird einen neuen Namen für die Pfarre geben, wobei unsere Kirche ihren Namen behalten wird, aber vermutlich nicht die neue Pfarrkirche sein wird.

Und wie soll die neue Pfarre heißen? Welche Kirche sollte Eurer Meinung nach Pfarrkirche werden? Bei dieser Entscheidung sollte man versuchen, die neue Pfarre als Ganzes zu sehen. Neben dem Kirchengebäude selbst, sollte auch die Infrastruktur vor Ort berücksichtigt werden, da auch in einer fusionierten Pfarre das gemeinsame Pfarrleben nicht nur aus dem reinen Kirchenbesuch bestehen sollte.

Die Gremien müssen sich natürlich bei einer vereinigten Pfarre neu zusammensetzen. Hier muss man Wege finden, dass alle Orte entsprechend vertreten sind, was z.B. bei der Wahl eines einzigen Kirchenvorstandes schwierig werden könnte. Und bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft schnell auf. Über den Anstrich unserer Kirche entscheidet dann das Kirchenvorstandmitglied aus Hambach mit. Vermutlich ist das aber eher ein psychologisches als ein sachliches Problem. Wer gibt schon gerne Macht ab? Entscheidungen in Kirchenvorständen unterliegen doch eher Sachzwängen. Und in Gemeinderäten einigt man sich ja schließlich auch. Das ist nur eine Frage der Zeit, bis sich alles eingespielt hat.

Ich möchte an dieser Stelle bewusst für konstruktiven Optimismus werben. Wenn wir die grundsätzliche Entscheidung schon nicht treffen können, egal wie sie schließlich ausfällt, dann sollten wir den Weg möglichst aktiv mitgestalten. Es geht um unsere Zukunft. Darum zum Schluss nochmals die Bitte um eine rege Diskussion in unserer (noch eigenständigen) Pfarre. Wir sollten unsere gewählten Vertreter und das Pastoralteam mit der Sache nicht alleine lassen.

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